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interview // // 2 Min // 02.12.2014
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Ich habe Syrien vor ca. 10 Monaten verlassen, weil der Krieg alles unterbrochen hat: mein Leben, meine Arbeit, meine Träume. In Griechenland hatte ich keine Arbeit, ich hatte gar nichts. Ich hatte keine Wahl. Deswegen bin ich zu Fuß nach Mazedonien losgegangen. Ich war 10 Tage durch Mazedonien nach Serbien unterwegs, ich lief im Wald. Ich durfte kein Feuer machen, um nicht auf mich aufmerksam zu machen. Ich war deswegen ohne Licht und ohne Essen, niemand durfte mich sehen.
(...) Ich bin zur serbischen Polizei gegangen und habe ihnen gesagt, dass ich eine Bestätigung bzw. Papiere brauche, dass ich mich gemeldet habe, denn ich will keine Probleme machen, ich brauche in diesem Land keine Probleme. Ich bin ein guter Mensch, eine gute Person. Der Polizist hat mir geantwortet "OK" sagte er, "komm mit mir mit", und ich ging mit. Ich musste dann 100 Euro bezahlen und er sagte, ich solle einfach nach Belgrad gehen. Auf die Frage hin, wo meine Bestätigung bleibt, sagte er: "Mach' dir keine Sorgen, gehe nach Belgrad, dort wirst du keinerlei Bestätigung brauchen. Es wird keine Probleme geben, gehe nur los!". Ich wusste nicht, ob das stimmt.
Ich bin in Belgrad zum Aufnahmezentrum für Asylsuchende gegangen. Dort sagte man mir, um aufgenommen zu werden, brauche ich die Bestätigung der Polizei. Ich sagte ihnen, dass ich danach gefragt habe, bei der Polizei 100 Euro bezahlt habe und dafür eine Bestätigung verlangt habe, die man mir nicht geben wollte.
Ich sagte dort: "OK, ich bin sehr schmutzig, seit zehn Tagen bin ich im Wald unterwegs, auch bei Regen, ich habe kein Essen, ich habe nichts, meine Kleidung ist schmutzig und nass..." Der Mitarbeiter wollte mich hinauswerfen und sagte, ich solle weggehen, weil es dort keinen Platz gäbe. Ich bat darum, wenigstens duschen zu können, ich würde auch keinen Schlafplatz oder Essen beanspruchen, ich brauche nur ein Dusche... Er warf mich hinaus und sagte nur "kein Platz, kein Platz".
Ich bin sehr, sehr müde und ich habe Probleme mit den Füßen, ich kann jetzt gerade nicht wieder losgehen. Ich bleibe hier noch 2-3 Tage, bis meine Füße sich etwas erholt haben, dann mache ich mich wieder auf den Weg. Ankommen an einem friedlichen, guten Ort - das ist jetzt mein Traum.
Interview mit Rami Hirani, Flüchtling aus Syrien
Team: al jazeera
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